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title: "Druckfertiges PDF vorbereiten"
description: "Fünf Fragen entscheiden, ob die Druckerei die Datei ohne Rückfrage annimmt: Beschnitt, Farbraum, Schriften, Auflösung – und warum PDF/X und PDF/A eigene Familien sind."
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# Druckfertiges PDF vorbereiten

Fünf Fragen entscheiden, ob eine Druckerei deine Datei ohne Rückfrage annimmt: Wo wird geschnitten, wie weit reicht das Motiv über die Kante, in welchem Farbraum wird gedruckt, sind die Schriften drin, und reicht die Auflösung? Druckfertiges PDF vorbereiten heißt, sie in dieser Reihenfolge zu beantworten, bevor jemand anderes sie stellt.

Wer mit der Auflösung anfängt, diskutiert am Ende über den Beschnitt. Wer mit der Geometrie anfängt, hat die Fehler schon gefunden, solange sie noch billig zu beheben sind.

## Was „druckfertig" in der Druckerei bedeutet

Druckfertig ist eine Datei dann, wenn sie die Fragen des Betriebs beantwortet, bevor sie gestellt werden. Vier Dinge gehören dazu: das Endformat plus Beschnitt, der Farbraum der Druckerei, eingebettete Schriften und eine Auflösung, die zum Betrachtungsabstand passt. Dazu kommen Marken oder eine Vorlage, die der Betrieb vorgibt — je nach Hausstandard unterschiedlich.

Die Endung PDF sagt darüber nichts. Ein PDF ist ein Seitenbeschreibungsformat mit einem Seitenbaum; darin können Text, Vektoren und Bilder stehen, in RGB oder CMYK, mit oder ohne eingebettete Schriften. Zwei Dateien mit identischer Endung können deshalb zwei sehr unterschiedliche Drucke ergeben.

## Die Reihenfolge, in der du prüfst

Fang mit der Geometrie an, weil sie sich später nicht reparieren lässt. A4 ist 210 × 297 mm. Kommen an jeder Kante 3 mm Beschnitt dazu, wird das Blatt 210 + 6 = 216 mm breit und 297 + 6 = 303 mm hoch. Der Beschnitt ist keine Zierfläche, sondern die Reserve für Papierlauf und Messertoleranz beim Schneiden.

Dann die Farbe. Wenn die Druckerei mit CMYK arbeitet, du aber eine RGB-Datei schickst, rechnet irgendeine Station in der Kette um — und du weißt nicht welche. Was dabei schiefgeht, steht in [RGB vs. CMYK: Welchen Farbmodus solltest du verwenden?](/de/ratgeber/rgb-vs-cmyk-welchen-farbmodus-sollten-sie-verwenden/).

Als drittes die Schriften. Eine nicht eingebettete Schrift wird ersetzt, und der Ersatz hat andere Breiten. Aus einem sauberen Satzspiegel wird ein Umbruch mit Hurenkindern und Schusterjungen. Prüf das im PDF, nicht im Layoutprogramm.

Zuletzt die Auflösung. Ein Bild mit 3.000 px Breite auf 200 mm Bildbreite ergibt 200 ÷ 25,4 = 7,874 Zoll, also 3.000 ÷ 7,874 ≈ 381 ppi. Für 210 mm bei 300 ppi brauchst du 210 ÷ 25,4 × 300 ≈ 2.480 px. 300 ppi sind eine Konvention für Bilderdruck, kein Gesetz; im Großformat sind 150 ppi oft genug für den Betrachtungsabstand.

## Warum PDF/X und PDF/A eigene Familien sind

Für den Standardfall führt der Weg über PDF/X, die Austauschfamilie der ISO 15930. PDF/X-4 erlaubt lebendige Transparenz und ICC-Farbmanagement; X-1a reduziert die Datei auf CMYK. Für Archivierung ist PDF/A die andere Familie — ISO 19005 verlangt eingebettete Schriften und keine externen Abhängigkeiten.

Das sind Anforderungen an die Datei, nicht an dein Werkzeug. Ob dein Export sie erfüllt, sagt dir ein Preflight oder die Druckerei, nicht der Speichern-Dialog.

## Wo die Grenze des Browser-Editors liegt

Der [Seitenlayout-Editor](/de/tools/seitenlayout-editor/) ist ein Layoutwerkzeug im Browser, kein Preflight-Programm. Er speichert deine Arbeit als `.designcraft`-Datei und exportiert eine Seite als PNG, beides über den Download des Browsers. Beschnitt, Schnittmarken, Sonderfarben, CMYK-Konvertierung und eine Preflight-Prüfung gehören nicht zu dem, was dieser Build nachweislich leistet. PDF/X-4, PDF/A-2b, EPUB und IDML nennt die Upstream-Dokumentation; verifiziert sind sie hier nicht.

Für ein druckfertiges PDF heißt das: Du kannst im Browser Satzspiegel, Raster und Typografie entwickeln und den Stand als Projektdatei sichern. Die Druckdatei entsteht danach — in der Druckerei, in einem Preflight-Werkzeug oder in einem Programm, das Beschnitt und Marken setzen kann. Wer das verwechselt, schickt eine Bilddatei in einen Workflow für Seiten.

## Die Übergabe in Zahlen

Ein nützlicher Test vor dem Absenden: Öffne das PDF, zoome auf 100 Prozent und prüf, ob der Beschnitt wirklich Motiv enthält. 3 mm auf jeder Seite bedeuten bei A4 zusätzlich 3.078 mm² — 216 × 303 = 65.448 mm² gegenüber 210 × 297 = 62.370 mm². Fehlt dort Motiv, siehst du nach dem Schnitt eine weiße Kante.

Frag außerdem drei Dinge ab, bevor du hochlädst: Welchen Beschnitt will der Betrieb, welche PDF/X-Variante, und welche Marken sollen mit ausgegeben werden? Die Antworten gehören in ein Datenblatt, das du zusammen mit der Datei ablegst. Und speichere, bevor du den Tab schließt: Der Editor kennt kein Autosave und keine Cloud-Dokumente.

Die Grundbegriffe rund um Anschnitt und Marken stehen in [Beschnitt, Ränder und Schnittmarken erklärt](/de/ratgeber/beschnitt-rander-und-schnittmarken-erklart/), der weitere Weg durch den Werkzeugkasten im [Ratgeber-Bereich](/de/ratgeber/).
