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title: "Raster- vs. Vektorgrafik: Was ist der Unterschied?"
description: "Rasterbild heißt Gitter aus Bildpunkten, Vektorgrafik Sammlung von Koordinaten – daraus folgt fast jede Praxisentscheidung, bis dorthin, wo die saubere Trennung endet."
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# Raster- vs. Vektorgrafik: Was ist der Unterschied?

Ein Rasterbild ist ein Gitter aus Bildpunkten. Eine Vektorgrafik ist eine Sammlung von Koordinaten. Der Vergleich **Raster- vs. Vektorgrafik** beginnt deshalb mit zwei Definitionen, und aus ihnen folgt fast jede praktische Entscheidung: wie groß eine Datei werden darf, ob sie sich vergrößern lässt und ob sie später noch zu ändern ist.

Beides hat seinen Platz. Der [Foto-Editor](/de/tools/foto-editor/) arbeitet auf Pixeln, der [Vektor-Editor](/de/tools/vektor-editor/) auf Bézierpfaden und Text. Wer die beiden Modelle auseinanderhalten kann, wählt das Werkzeug richtig und spart sich Umbauten, die niemand bezahlt.

## Zwei Modelle, zwei Konsequenzen

Ein Rasterbild speichert für jeden Bildpunkt einen Farbwert. Die Auflösung ist Teil der Datei und lässt sich nachträglich nicht erhöhen. Ein Bild mit 1.000 × 1.000 Pixeln hat eine Million Bildpunkte; bei 4.000 × 4.000 sind es sechzehn Millionen, also sechzehnmal so viele, ohne ein einziges Detail mehr an echter Information.

Eine Vektorgrafik speichert dagegen Anweisungen. Ein SVG ist eine XML-Sprache für zweidimensionale Vektorgrafiken nach der W3C-Spezifikation, und was darin steht, sind Pfade, Füllungen und Verweise. Die Anzeige entsteht erst beim Rendern, deshalb ist eine Vektorgrafik bei jeder Zielgröße scharf.

Der `viewBox`-Wert im Wurzelelement ist dabei der Übersetzer. Er bildet den Koordinatenraum des Inhalts auf die Anzeigefläche ab. Ein Icon mit `viewBox="0 0 24 24"`, das mit 96 Pixeln dargestellt wird, ist eine vierfache Skalierung, und die Datei bleibt dabei wenige Kilobyte groß.

## Größer ohne einen neuen Bildpunkt

Der Unterschied lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Ein Rasterbild wird größer, indem Pixel erfunden werden. Eine Vektorgrafik wird größer, indem dieselbe Geometrie auf eine größere Fläche gezeichnet wird.

Beim ersten Weg entsteht keine neue Information. Eine Software interpoliert zwischen bekannten Werten und schätzt, was dazwischen liegen könnte. Bei Fotos funktioniert das erstaunlich gut, bei Schrift und harten Kanten sofort sichtbar schlecht.

Beim zweiten Weg entsteht auch keine neue Information, aber es muss auch keine erfunden werden. Die Koordinaten sind exakt, und der Renderer kann sie in jeder Auflösung ausgeben. Deshalb ist die Frage „verliert das an Qualität?“ bei einer Vektorgrafik falsch gestellt. Die Grafik verliert nicht, weil sie nie in Pixeln festgehalten wurde.

## Wo die saubere Trennung endet

In der Praxis sind die Modelle selten rein. Ein SVG darf Bilder enthalten, und eingebettete Raster bleiben Raster. Eine Grafik mit einem Foto in der Mitte ist damit nur teilweise vektoriell, und beim Vergrößern wird genau dieser Teil weich.

Umgekehrt kann eine Rasterdatei vektorielle Elemente enthalten. Eine PSD mit Text und Formebenen ist deswegen kein Vektorformat; die Ebenen sind Vektoren, die Datei bleibt ein Pixelgitter.

Der häufigste Kategorienfehler betrifft die Dateigröße. Vektorgrafik ist nicht automatisch klein. Ein SVG mit zehntausend komplexen Pfaden kann größer sein als ein gut komprimiertes PNG. Klein ist eine Vektorgrafik nur bei einfachen Formen, Icons und Schriftzügen, weil dort wenige Zahlen viel Fläche beschreiben.

## Der Weg zwischen den Modellen

Vom Vektor zum Raster ist es ein Export. Ein SVG lässt sich als PNG in jeder gewünschten Größe ausgeben, und die Größe wählst du dabei selbst.

Vom Raster zum Vektor ist es kein Export, sondern eine Nachzeichnung. Es gibt kein standardisiertes Verfahren, das Pixel verlustfrei in Pfade zurückverwandelt. Was passiert, ist eine Schätzung. Für ein einfarbiges Logo mit klaren Kanten ist das brauchbar; für ein Foto ergibt es eine Ansammlung von Farbflächen, die niemand weiterbearbeiten will.

Wer also eine Vektordatei braucht, sollte sie als Vektordatei anlegen oder anlegen lassen. Der Umweg über eine Bilddatei führt nicht dorthin zurück.

## Die Entscheidung in der Praxis

Nimm Raster für alles, was aus einer Kamera kommt, für Bildschirmfotos, für Malerei und für Farbverläufe, die realistisch aussehen sollen. Nimm Vektor für Logos, Icons, Diagramme, Karten, technische Zeichnungen und alles, was in mehreren Größen erscheinen oder später geändert werden soll.

Ein Sonderfall verdient Aufmerksamkeit. Der Vektor-Editor bringt in diesem Build keine arabisch taugliche Schrift mit, arabischer Text erscheint als leere Kästchen. Das ist eine Grenze des gepinnten Builds und keine Eigenschaft von Vektorgrafik.

Wer die konkrete Formatfrage für ein einzelnes Motiv klären will, findet sie unter [SVG oder PNG](/de/ratgeber/svg-vs-png-welches-format-sollten-sie-verwenden/). Und wenn zwei Rastercontainer zur Debatte stehen, hilft [PSD oder PSB](/de/ratgeber/psd-vs-psb-was-ist-der-unterschied/). Beide Wege lassen sich im [Ratgeber-Bereich](/de/ratgeber/) weiterverfolgen.
