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title: "SVG vs. AI vs. EPS: Welches Vektorformat solltest du verwenden?"
description: "Drei Behälter für dieselbe Grafik. Die Frage ist selten, welches Format schöner ist, sondern wer die Datei später öffnen, ändern und in den Druck geben kann."
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# SVG vs. AI vs. EPS: Welches Vektorformat solltest du verwenden?

Drei Dateien, dieselbe Grafik, drei verschiedene Behälter. Genau so musst du **SVG vs. AI vs. EPS** gegenüberstellen, wenn du eine Vektorgrafik weitergeben willst. Die Frage ist selten, welches Format schöner ist, sondern wer die Datei später öffnen, ändern und in den Druck geben kann.

Die kurze Antwort vorweg. SVG ist offenes XML und die sicherste Wahl für alles, was im Web oder in einer fremden Anwendung landen soll. PDF ist der belastbarste Weg zu einem Layout- oder Druckdienstleister. EPS ist ein Seitenbeschreibungsformat aus einer anderen Zeit, und der [Vektor-Editor](/de/tools/vektor-editor/) liest und schreibt es nicht.

## Was in den Formaten steckt

SVG ist eine XML-Sprache für zweidimensionale Vektorgrafiken, standardisiert vom W3C. Weil die Datei lesbarer Text ist, kannst du sie öffnen, durchsuchen und mit jedem Renderer darstellen. Der aktuelle Standard SVG 2 liegt als Candidate Recommendation Snapshot vor; am vollständigsten umgesetzt ist in der Praxis noch SVG 1.1 Second Edition. Das ist der Grund, warum SVGs gelegentlich harmlos aussehen und in einem alten Renderer doch anders wirken.

`.ai` ist das Arbeitsformat eines bestimmten Desktop-Programms und propriär. Viele dieser Dateien enthalten zusätzlich eine PDF-kompatible Darstellung, weshalb sie sich überhaupt in fremde Werkzeuge einlesen lassen. Was dabei ankommt, ist eine Abbildung, nicht das Dokument. Die herstellerspezifischen Strukturen schreibt der Vektor-Editor nicht zurück; einen verlustfreien Rundlauf darfst du nicht erwarten.

EPS wiederum ist Encapsulated PostScript. Es beschreibt eine Seite für einen PostScript-Interpreter und enthält kein Objektmodell, in dem du Knoten und Text selektieren könntest. Für ein Browser-Werkzeug ist das eine grundsätzlich andere Aufgabe als das Bearbeiten von Pfaddaten.

PDF schließlich ist nach ISO 32000 genormt, Version 1.7 als 32000-1:2008, Version 2.0 als 32000-2:2020. Es beschreibt Seiten mit Vektor- und Bildinhalten und ist das Format, in dem Layout- und Druckdaten üblicherweise das Haus verlassen.

## Was der Editor damit tut

Der Editor öffnet SVG, PDF und `.ai` und arbeitet auf Béziergeometrie, Formen, Text, Verläufen, Ebenen, booleschen Operationen und Schnittmasken. Exportieren lässt sich nach SVG, PDF, PNG, JPEG und WebP, jeweils über den normalen Download des Browsers.

Damit ist die Lage klar umrissen. SVG und PDF sind die beiden Enden, die gut funktionieren. `.ai` funktioniert insoweit, wie die Datei PDF-kompatibel gespeichert wurde. EPS fällt heraus, und zwar nicht als Bedienfehler, sondern weil das Format nicht im Import- und Exportsatz enthalten ist.

## Der Maßstab, an dem sich Formate entscheiden

Zwei Zahlen helfen bei der Einordnung. Ein DIN-A4-Blatt misst 210 × 297 Millimeter, im PDF-Koordinatenraum mit 1/72 Zoll sind das gerundet 595 × 842 Punkt. Eine 12-Punkt-Schrift erscheint bei 96 dpi sechzehn Pixel hoch, denn 12 geteilt durch 72 mal 96 ergibt 16. Formate unterscheiden sich nicht darin, ob sie solche Größen ausdrücken können, sondern darin, ob die Objekte dahinter noch zugänglich bleiben.

Und dann ist da die Schriftfrage. AI und EPS verweisen häufig auf Schriften, die auf dem Zielsystem vorhanden sein müssen. Fehlt eine, laufen Zeilen um und Proportionen kippen. Ein SVG hat dasselbe Problem, du kannst es aber beherrschen, indem du Text bewusst in Pfade umwandelst, wenn das Aussehen wichtiger ist als die Editierbarkeit.

## Wo jedes Format sinnvoll ist

SVG gehört ins Web, in Icon-Sets, in Anwendungen, die eine Grafik selbst rendern, und überall dorthin, wo jemand die Datei später noch öffnen können soll, ohne eine Lizenz zu besitzen. Der offene Standard ist hier kein Idealismus, sondern ein praktischer Vorteil.

PDF gehört in den Versand an Layout, Druckvorstufe und Archivierung. Wer eine Gestaltung weitergibt, die maßhaltig ankommen muss, ist damit am besten bedient. Ob eine konkrete PDF druckreif ist, entscheiden aber Farbraum, Beschnitt und Profil, und dafür gibt der Editor keine Zusage.

`.ai` gehört in die Zusammenarbeit mit Menschen, die genau dieses Programm benutzen. Als Austauschformat in eine andere Anwendung ist es ein Kompromiss.

EPS gehört in bestehende Produktionsketten, die es noch verlangen. Wer neu anfängt, wählt es nicht.

## Welche Wahl du treffen solltest

Willst du die Datei später selbst weiterbearbeiten, speichere als SVG. Willst du sie weitergeben, ohne die Kontrolle abzugeben, exportiere als PDF und behalte die SVG als Arbeitsdatei. Braucht jemand ausdrücklich eine `.ai`, liefere sie dort, wo das Programm steht, und nicht als Umweg über den Browser.

Wer vor allem wissen will, ob Vektor oder Raster die richtige Kategorie ist, findet die Antwort unter [Raster- oder Vektorgrafik](/de/ratgeber/raster-vs-vektorgrafik-was-ist-der-unterschied/). Und die Frage, ob es für ein einzelnes Motiv SVG oder doch PNG sein darf, klärt [SVG oder PNG](/de/ratgeber/svg-vs-png-welches-format-sollten-sie-verwenden/).
