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title: "Video online mit einer Mehrspur-Timeline bearbeiten"
description: "Bearbeite Video online mit einem echten Mehrspur-Workflow: Drei-Punkt-Schnitt, präzise Trims, Audio, Farbkorrektur, Untertitel und Export in FilmCraft."
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# Video online mit einer Mehrspur-Timeline bearbeiten

Ein Browser-Editor muss kein Spielzeug für schnelle Social-Clips sein. Sobald echte Spuren, Quellmonitor und präzise Trims vorhanden sind, kannst du **Video online bearbeiten** wie in einem klassischen NLE — nur eben ohne lokale Installation.

In [FilmCraft](/de/tools/video-editor/) geht es deshalb nicht darum, Clips irgendwie aneinanderzureihen. Der interessante Teil ist, ob du Schnittentscheidungen gezielt ändern kannst, ohne die ganze Sequenz neu aufzubauen.

## Material zuerst ordnen, dann schneiden

Importiere Video, Voice-over, Musik, Bilder und Grafiken. Benenne kryptische Kameradateien um und trenne Hauptmaterial von B-Roll.

Eine einfache Spurlogik reicht oft: V1 für die Hauptgeschichte, V2 für B-Roll, V3 für Titel; dazu eigene Audiospuren für Sprache, Musik und Effekte.

Das wirkt banal, spart aber massiv Zeit, sobald die Timeline wächst.

## Den Rohschnitt mit Drei-Punkt-Schnitt bauen

Markiere im Quellclip den brauchbaren Bereich und setze den Abspielkopf an die Zielposition. Danach entscheidest du zwischen Einfügen und Überschreiben.

Bei Interviews funktioniert ein klarer Aufbau besonders gut: zuerst die gesprochene Geschichte auf der Hauptspur, danach B-Roll auf einer darüberliegenden Spur. So bleibt der Ton stabil, während sich das Bild flexibel ändern lässt.

## Das richtige Trim-Werkzeug wählen

Vier Werkzeuge decken fast alle Feinkorrekturen ab:

- **Ripple:** verändert die Cliplänge und verschiebt alles danach.
- **Roll:** verschiebt nur den Schnittpunkt zwischen zwei Clips.
- **Slip:** ändert den sichtbaren Ausschnitt innerhalb eines Clips, ohne den Clip zu bewegen.
- **Slide:** verschiebt einen Clip und passt die Nachbarclips an.

Wer diese Unterschiede beherrscht, repariert Timing-Probleme gezielt statt ständig Clips zu löschen und neu einzusetzen.

## Farbe erst dann fein abstimmen, wenn der Schnitt steht

Korrigiere grobe Belichtungs- oder Weißabgleichsfehler früh, damit der Rohschnitt angenehm anzusehen ist. Die genaue Shot-Matching- und Look-Arbeit gehört aber ans Ende der strukturellen Bearbeitung.

Vergleiche aufeinanderfolgende Einstellungen. Ein einzelner Shot kann attraktiv aussehen und trotzdem komplett aus dem visuellen Rhythmus fallen.

## Ton ist kein Nachtrag

Halte Sprache verständlich, setze kurze Fades gegen harte Schnitte und senke Musik unter Dialog statt sie nur ein- und auszuschalten.

Ein guter Test: einmal nur zuhören. Pegelsprünge, harte Wortansätze und unruhige Musik werden sofort deutlicher.

## Untertitel vor dem finalen Check einbauen

Untertitel beeinflussen Bildaufteilung und Lesbarkeit. Sie dürfen keine Gesichter oder wichtigen UI-Elemente verdecken und müssen auch auf kleinen Displays funktionieren.

## Für das Zielmedium exportieren

Auflösung, Seitenverhältnis, Bildrate und Audioeinstellungen sollten sich aus der Veröffentlichung ergeben. Danach die exportierte Datei komplett ansehen — nicht nur die Timeline.

Wenn dein Projekt vor allem aus animierten Ebenen, Masken und Keyframes besteht, lies [Videobearbeitung vs. Motion Graphics](/de/ratgeber/videobearbeitung-vs-motion-graphics/). Für den größeren Zusammenhang zeigt der [kreative Workflow im Browser](/de/ratgeber/kreativer-workflow-im-browser/), wie Video neben Foto, Vektor, Layout und PDF eingeordnet wird.

Ein guter Online-Videoeditor zeichnet sich nicht dadurch aus, dass er im Browser läuft. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er präzise Entscheidungen, schnelle Revisionen und einen sauberen Export ermöglicht.
