PSD vs. PSB: Was ist der Unterschied?
Der Unterschied passt in eine Zahl: 30.000 Pixel pro Kante im PSD, 300.000 im PSB. In der Fläche ist das das Hundertfache – was das für große Composings heißt.
PSD vs. PSB ist am Ende eine Frage der Kantenlänge, und der Unterschied passt in eine Zahl. Ein PSD-Dokument ist auf 30.000 Pixel pro Kante begrenzt, ein PSB auf 300.000. Das klingt nach einem Zehnfachen und ist in der Fläche ein Hundertfaches, denn beide Kanten wachsen mit.
PSB steht für das große Geschwisterformat derselben Familie. Es ist keine andere Bildart und kein anderes Farbmodell, sondern derselbe Behälter mit einem höheren Deckel. Wer die Grenze einmal verstanden hat, trifft die Entscheidung in einer Minute.
Wo die Grenze genau verläuft
Nach der Formatspezifikation erlaubt PSD eine Kantenlänge von 1 bis 30.000 Pixeln, ein bis 56 Kanäle und Bittiefen von 1, 8, 16 und 32. PSB hebt die Kantenlänge auf bis zu 300.000 Pixel und trägt im Dateikopf eine andere Versionsnummer. Das ist der ganze Unterschied auf Dateiebene.
Die Fläche wächst dabei dramatisch. 30.000 mal 30.000 Pixel sind 900 Millionen Bildpunkte. 300.000 mal 300.000 sind 90 Milliarden, also das Hundertfache. Bei drei Byte pro Bildpunkt wären das für das kleine Format rund 2,7 Gigabyte und für das große ein Vielfaches davon, und genau deshalb gibt es das größere Format überhaupt.
Ein mittleres Beispiel zeigt, warum das im Alltag schnell relevant wird. Ein Dokument mit 10.000 Pixeln Kantenlänge hat 100 Millionen Bildpunkte. Als RGB mit acht Bit pro Kanal sind das rund 300 Megabyte an rohen Bilddaten. Mit 16 Bit pro Kanal und vier Kanälen landest du bei etwa 800 Megabyte. Der Sprung kommt nicht vom Format, sondern von der Bittiefe.
Was das für die Wahl bedeutet
Die Wahl ist in den meisten Fällen keine Wahl. Wer eine Datei aus einem bestehenden Projekt übernimmt, bekommt das Format, in dem sie gespeichert wurde. Wer neu anfängt, nimmt PSD, solange das Dokument unter der Grenze bleibt, und wechselt nur dann, wenn ein echtes Panorama, ein großformatiger Scan oder eine extreme Montage es verlangt.
Der umgekehrte Weg ist der häufigere Fehler. Wer eine PSB anlegt, weil „groß besser ist“, zahlt mit Ladezeiten und Speicherplatz, und manche Werkzeuge kommen dabei an ihre Grenze. Für ein Bild, das am Ende in 1.200 Pixeln Breite im Web erscheint, ist das Aufblähen kein Qualitätsgewinn.
Was der Editor damit macht
Der Dateidialog des Foto-Editor listet PSD und PSB mit auf. Das ist ein Filter, keine Decodierzusage. Ob eine konkrete Datei mit allen Ebenen ankommt, hängt an ihrem Inhalt und nicht an ihrer Endung.
Für die Bearbeitung gilt zusätzlich eine Grenze, die unabhängig vom Container ist. Der Browser-Canvas arbeitet mit acht Bit pro Kanal in RGBA. Eine PSD mit 16 Bit pro Kanal oder mit CMYK-Farben wird damit nicht in ihrer ganzen Tiefe verarbeitet. Wer solche Dateien braucht, ist in einer anderen Umgebung besser aufgehoben.
Und ein Missverständnis lohnt der Klarstellung. Eine PSD mit Vektormasken, Text und Formebenen bleibt eine PSD. Die Datei ist kein Vektorformat, auch wenn Teile darin Vektoren sind. Für eine echte Vektordatei braucht es ein anderes Format, und der Unterschied ist grundsätzlich.
Der Export, der beide Grenzen aufhebt
Sobald du exportierst, ist die Frage nach dem Container vorbei. Ein PNG oder JPEG fasst alle Ebenen zu einer flachen Kopie zusammen, und in dieser Kopie gibt es keine Ebenen, keine Masken und keine Einstellungsebenen mehr. Die Information über den Aufbau bleibt nur in der Arbeitsdatei.
Für die Praxis heißt das: die Arbeitsdatei im passenden Format behalten, die Ausgabe separat erzeugen. Wer beides verwechselt, hat irgendwann nur noch das Ergebnis und keine Möglichkeit mehr, es zu korrigieren.
Die kurze Entscheidungshilfe
Bleib unter 30.000 Pixeln pro Kante, nimm PSD. Brauchst du mehr, nimm PSB und akzeptiere, dass nicht jede Anwendung mitspielt. Brauchst du Ebenen, Masken und Einstellungsebenen über den Export hinaus, speichere die Arbeitsdatei und exportiere erst danach.
Ob du überhaupt im Rasterbereich bleiben solltest, klärt Raster- oder Vektorgrafik. Und wer den gesamten Ablauf mit Ebenen sucht, findet ihn unter Fotos online mit Ebenen und Masken bearbeiten.
Häufige Fragen
Ist PSB einfach eine größere PSD?
Im Kern ja. Es ist derselbe Behälter mit einer höheren Kantengrenze von 300.000 statt 30.000 Pixeln und einer anderen Versionsnummer im Dateikopf.
Kann der Foto-Editor jede PSD und PSB öffnen?
Nein. Der Dateidialog listet beide Endungen, das ist aber ein Filter und keine Decodierzusage. Ob eine Datei mit allen Ebenen ankommt, hängt an ihrem Inhalt.
Warum ist meine Datei bei gleicher Kantenlänge so viel größer?
Meistens wegen der Bittiefe. Ein RGB-Bild mit acht Bit belegt drei Byte pro Bildpunkt, mit 16 Bit und vier Kanälen entsprechend ein Vielfaches.
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